• Maria Montessori

    – Leben und Werk –

  • Maria Montessori, 1933 (Foto: montessoricentenary.org)

  • Maria Montessori wurde am 31. 08. 1870 in Chiaravalle bei Ancona geboren.

    Schon in sehr jungen Jahren entwickelte sie ein starkes Interesse für Naturwissenschaften. Wider aller gesellschaftlichen Normen gelang es ihr durch ihren starken Willen und ihr ungewöhnliches  Selbstbewusstsein, die Berechtigung für das Medizinstudium zu erwerben.


    Im Jahr 1896 promovierte sie als erste Frau Italiens und erlangte den Doktortitel in Medizin und Chirurgie.

    Die zwei darauffolgenden Jahre arbeitete sie als Assistenzärztin in der Kinderabteilung an der psychiatrischen Klinik der Universität Rom. Angeregt durch diese ersten Erfahrungen, die Maria Montessori in der Arbeit mit geistig beeinträchtigten und vernachlässigten Kindern sammeln konnte, setzte sie sich fortan intensiv mit den erziehungstheoretischen Werken der vergangenen Zeit auseinander. Inspiriert durch die Werke Itards und Séguins begann Maria Montessori eigenes Material für ihre Arbeit zu entwickeln und kam immer mehr zur Überzeugung, dass Kindern mit besonderen Bedürfnissen weniger mit medizinischen als mit pädagogischen Mitteln geholfen werden kann. Diese berufliche Phase kann wohl als Grundsteinlegung für ihr von nun an fortwährendes pädagogisches Interesse und Handeln gesehen werden.

  • 1899 leitete sie als Direktorin das „„Heilpädagogische Institut“ in Rom, welches sie 1901 verließ, um das Studium der Antropologie, Psychologie und Erziehungsphilosophie aufzunehmen.

    Im Jahr 1907 eröffnete Maria Montessori in Roms Armenviertel San Lorenzo das erste Kinderhaus
    – „„Casa dei Bambini“.

    Sie arbeitete mit Kindern, die aus ärmsten Verhältnissen kamen, und sich zum Großteil selbst überlassen waren. Dabei bot sie den „„gesunden/normalen“ Kindern die Materialien aus ihrer vorangegangenen Arbeit mit den beeinträchtigten Kindern an und konnte durch ihre Beobachtungsgabe erstaunliche Ergebnisse ableiten. Kinder, die zuvor schüchtern waren, konnten soziale Beziehungen eingehen. Aus Interessenslosigkeit entstand Aktivitiät. Das Selbstvertrauen der Kinder wurde stärker … Auf Basis all dieser Erfahrungen entwickelte sie Schritt für Schritt die Grundlagen ihrer umfassenden Methode – die wir heute als Montessori-Pädagogik kennen.

  • Kinder in Vorbereiter Umgebung. (Foto: montessoricentenary.org)

     

  • ca. 1920: Maria Montessori (Foto by Hulton Archive/Getty Images)

  • Nachdem das „„Casa dei Bambini“ auch international sehr bekannt war, wurde es für Maria Montessori Zeit, ihre wunderbaren Erkenntnisse in die Welt hinaus zu tragen.

    Sie begann weltweit Vorträge und Ausbildungskurse zu halten, und ihre Erfahrungen  schriftlich zu veröffentlichen. Zahlreiche Kinderhäuser und Schulen,  die nach Montessori arbeiteten, entstanden.

    Ab 1922 wurden auch in Wien Kinderhäuser und Schulen gegründet.

    Einen tiefen Einbruch erlebte die Pädagogik zur Zeit des zweiten Weltkrieges. In Europa war eine Weiterentwicklung nicht mehr möglich. Maria Montessori ging 1939 mit ihrem Sohn Mario nach Indien, wo sie ihre Arbeit fortsetzen konnte. Sie hielt dort zahlreiche Vorträge, 1945 fand der erste Montessori-Kongress statt.

    Erst 1949 kam Maria Montessori endgültig wieder nach Europa zurück, wo sie mit großer Mühe versuchte ihr zerstörtes Werk wieder aufzubauen.

    Maria Montessori wurde dreimal für den Friedens-nobelpreis nominiert und erhielt zahlreiche Ehrungen für ihr Werk.

    Am 6. Mai 1952, wenige Monate vor ihrem 82. Geburtstag, starb Maria Montessori in Noordwijk aan Zess in den Niederlanden. Mario, ihr Sohn, widmete sich fortan der Verbreitung ihrer Pädagogik bis zu seinem Tod am 10. Februar 1982, in Baarn bei Amsterdam.

  • Marjan Schwegman, Maria Montessori. Kind ihrer Zeit – Frau von Welt (2002) Beltz Taschenbuch

    ISBN: 978-3-407-22750-8

  • Ingeborg Waldschmidt, Maria Montessori. Leben und Werk (2001) C.H.Beck

     ISBN 9783406447747

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